Reisebericht Mai 2003
Am 17. und 18. Mai 2003 besuchte ich mit Marei Tepawitscharow während unserer Informationsreise
nach Bulgarien die Schule "Christo Botev" in Semtschinovo, um einen Eindruck über die Situation
der Schule zu erhalten.
Wir nahmen an der Verteilung von Kleidung und Schuhen teil, die vom Verein bereits vorab hingeschickt
wurden. Seit Beginn der Kleiderspenden wurden Listen darüber geführt, welche Kinder Sachspenden erhalten
haben. Es wurden jeweils nur die Kinder arbeitsloser Eltern berücksichtigt.
Nach der Kleiderverteilung wurden mit der Direktorin und den Lehrkräften Gespräche über die schulischen
Bedingungen und den Zustand der Schule geführt.
Bisher erhielten 180 Schulkinder aufgrund von Privatspenden, die von Marei Tepawitscharow organisiert
wurden, vom ortsansässigen Bäcker täglich ein Stück Gebäck. Die Vermutung, daß das Schulfrühstück nur
für die Kinder arbeitsloser Eltern bei den anderen Neid aufkommen lassen könnte, wurde von den Lehrern
bestätigt. Nunmehr wurde beschlossen, daß ab dem neuen Schuljahr im September alle 240 Schulkinder etwas
zu essen bekommen. Außerdem sollen sie in den Wintermonaten zusätzlich Obst oder andere Vitamine erhalten.
Das Schulfrühstück wird nun vom Verein Deutsch-Bulgarische Kinderhilfe Höhenkirchen-Siegertsbrunn e.V. übernommen.
Des weiteren äußerten die Lehrer den Wunsch, daß genügend Lehrbücher in den Klassen vorhanden sein müßten,
damit nicht, so wie bisher, mehr als zwei Kinder mit einem Buch auskommen müssen. Ferner wurde festgestellt,
dass das Schulgebäude sehr renovierungsbedürftig ist. Das Dach ist undicht, die Fenster in den Klassenräumen
schließen nicht richtig und bei einigen Fenstern fehlt das Glas, die Toilettenanlagen müssten saniert werden
und in den Klassen im Obergeschoß fällt teilweise der Putz von der Decke. Die Kohleöfen in den Klassenzimmern
stinken und rußen!
Aus meiner Sicht ist es wichtig, das Schulfrühstück für alle Kinder weiterzuführen und einen Beitrag zum
Unterrichts- und Lehrmaterial der Kinder zu leisten. Die Renovierung der Schule übersteigt zur Zeit unsere
Möglichkeiten.
Helga Riegel
12.10.03